top of styria 2019

top of styria 2019 58 Fotos: Leitner, KK, vonsteinbauer.at Innovation [1] Andreas Rauscher (Zellstoff Pöls) ist seit 2018 CEO von Zellstoff Pöls. Kann ein so tra- ditionsreiches Unternehmen auch in Sachen Innovation spitze sein? Ja, es kann – was leicht zu beweisen ist. Daran trägt der studierte Verfahrenstechniker Rauscher ein gerütteltes Maß an Verantwortung. Beispiele gefällig? Nachhaltigkeit wird beim in- ternationalen Markt- und Technologieführer Zellstoff Pöls ganz großgeschrieben. Seit An- fang dieses Jahres ist bei Zellstoff Pöls eine neue Papiermaschine im Einsatz, die jährlich rund 200.000 Tonnen weißes Kraftpapier unter dem Markennamen „Starkraft“ produziert. Sie kom- men in den Bereichen Lebensmittel, Trageta- schen, Verpackungspapier und Geschenke so- wie für automatische industrielle Befüllung, medizinische und klinische Anwendungen und anderes Verpackungsmaterial zum Einsatz. Die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten ist genauso beeindruckend wie das Investitionsvolumen: 130 Millionen Euro. Außerdem produziert Zell- stoff Pöls natürlich Zellstoff, und zwar 450.000 Tonnen ECF gebleichten Langfaser Sulfatzell- stoff pro Jahr. Name: Orion. [3] Stefan Röpke ist CEO von Samsung SDI Battery Systems mit dem Headquarter in Premstätten bei Graz. Deren großes Thema ist Elektromobilität: Am Standort Premstätten werden Batteriesysteme für alle Varianten der Elektromobilität – von Lithium-Ionen-Batte- riesystemen für 48V-Mikro-Hybridfahrzeu- ge über Plug-In-Hybridfahrzeuge (PHEV) bis hin zu rein batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) entwickelt und produziert. Damit steht der studierte Elektronik- und Automatisierungstechniker Röpke im Zent- rum eines der wichtigsten Themen im Mobi- litätsbereich. Kunden und Interessenten von Samsung SDI Battery Systems sind unter an- derem die renommiertesten Automobilher- steller Europas und darüber hinaus. Dass diese Batterien mitten im Zentrum Eu- ropas und nicht in Asien entwickelt und ge- baut werden, wird viele erstaunen, bekla- gen doch namhafte Wirtschaftspolitiker die mangelnde Elektropower von Europa. Aber wie hat es Röpke in einem Interview mit der Kleinen Zeitung 2018 gesagt: „Mit Fertigung in Europa meinen Politiker eine Fertigung eines europäischen Konzerns.“ Und das ist Samsung nicht. [2] Harald Schnidar, promovierter Humange- netiker, ist Steirer, genauer gesagt Bärnbacher. Das muss man dazusagen, denn sein Unter- nehmen „Scarletred“ (zu Deutsch Scharlach- rot) ist nicht wirklich steirisch. Seinen Haupt- sitz hat Scarletred in Wien, es gibt auch eine Niederlassung nahe des MIT in Boston. Der Name „Scarletred“ verweist auch auf den Un- ternehmenszweck. Nein, es geht nicht um Mode, sondern um digitale Hautanalyse mit Hilfe künstlicher Intelligenz. Die Kunden aus dem Kosmetikbereich haben so klingende Na- men wie L´Oréal oder Henkel, die mit der Un- terstützung von Scarletred die Hautverträglich- keit ihrer Produkte testen und dokumentieren. Das zweite wesentliche Einsatzgebiet ist die Medizin im engeren Sinne. Wichtiger Part- ner dabei war die Grazer Universitätsklinik für Strahlentherapie-Radioonkologie. Ziel ist es, nach umfassenden Studien einen Algorith- mus zu entwickeln, der einen sich anbahnen- den Bestrahlungsschaden der Haut noch frü- her erkennen soll, als es dem menschlichen Auge möglich wäre. Wirtschaftliche Furore machte Scarletred schon 2018: Ein „Green-Rocket“-Funding (siehe Seite 62) übertraf alle Erwartungen. TOPs of styria Innovation 1 Andreas Rauscher 2 Harald Schnidar 3 Stefan Röpke

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