top of styria | 2020
66 top of styria 2020 Dr. Karl-Heinz Dernoscheg, MBA, ist Direktor der Wirtschaftskammer Steiermark. R isiken abschätzen, Herausforderun- genvoraussehen,immereinenPlanB in der Tasche haben: Unternehme- risches Handeln ist immer planend auf die Zukunft gerichtet. Doch mit dem Jahr 2020 ist eine Realität über uns hereingebro - chen, die uns von einem Tag auf den anderen mit völlig unerwarteten Tatsachen konfron- tiert hat. Corona hat mehrere Krisen gleichzei- tig verursacht – und das global. Die Gesundheit, die Wirtschaft und das gesellschaftliche Zu- sammenleben sind arg getroffen worden. Und das Schlimmste ist die Unsicherheit. Es lag und liegt an jedem und jeder Einzelnen von uns, ei- nen Beitrag dazu zu leisten, dass wir diese Kri- se möglichst gut überstehen. Als Wirtschafts- kammer Steiermark ist es unsere Aufgabe, die steirischen Unternehmerinnen und Unterneh- mer bestmöglich dabei zu unterstützen, diese schwierigen Zeiten zu meistern. An den hei- mischen Betrieben hängen Tausende Exis- tenzen – die der Unternehmerinnen und Unternehmer genauso wie die ihrer Mitar- beiterinnen und Mitarbeiter. Und nicht nur das: Die Wirtschaft ist das Herz-Kreislauf- System eines Staats. Nur wenn sie pulsiert, kann das Leben weitergehen – auch sozial und gesundheitlich. Seit Inkrafttreten der ersten Corona-Hilfsmaß- nahmen der Bundesregierung war es für uns in der WKO Steiermark klar, dass eine große Aufgabe vor uns steht, die wir nur gemeinsam und mit größter Anstrengung schaffen kön - nen. Die Zahlen verdeutlichen das: 76.000 Ser - viceanfragen von 27.000 Mitgliedsbetrieben wurden allein im ersten Halbjahr 2020 bear - beitet – das ist ein Plus von 80 %. Während des Lockdowns galt es nicht nur, den Betrieb auf- rechtzuerhalten, sondern ihn auch noch aus- zuweiten – so groß war der Andrang. Wir hat- ten keine andere Wahl, als auch am Abend und an den Wochenenden zu arbeiten, um die Flut an Anfragen im Sinne unserer Mit- glieder zu bewältigen. Die Abwicklung des Härtefallfonds im Auftrag der Bundesregie- rung bedeutete für uns bis dato 72.000 Anträ - ge, die in der heißen Phase des Lockdowns von unseren Mitarbeitern auch über die Wochenenden hinweg und zum Teil bis spät in der Nacht bearbeitet wurden. Alleine in der Phase 1, also Mitte März bis Mitte April, waren es über 20.000 Anträge. An die 65 Millionen Euro sind schon überwiesen worden. Das ist Soforthilfe, die unsere Mitgliedsbe - triebe dringend brauchen. Die Aufgabe der WKO Steiermark besteht aber nicht nur in der raschen und zuverlässigen Abwicklung von Anträgen: Zur Serviceleistung gehört auch die persönliche Beratung – in diesem Fall vorwiegend am Telefon und im Internet. Es geht für uns also auch darum, ein offe - nes Ohr für die Sorgen, Ängste und Nöte der Unternehmerinnen und Unternehmer zu haben, diese zu bündeln und – oft mit Vor- schlägen versehen – an die Entscheidungs- träger in der Politik weiterzuleiten. Dass die - ses Service wirkt, zeigen die Rückmeldungen von den Betrieben: 94 % waren mit der Bera - tungsleistung zufrieden und vergaben eine durchschnittliche Schulnote von 1,3. Als vor - bildlich wurden dabei vor allem die „Schnel- ligkeit der Bearbeitung“ und das „Eingehen auf das Kundenbedürfnis“ genannt. Mit an- deren Worten: Wir sind da, wenn man uns braucht, und wir helfen schnell – und damit doppelt. Damit leisten wir unseren Beitrag, um diese Krise besser zu überstehen. KLARE Worte Wer schnell hilft, hilft doppelt Karl-Heinz Dernoscheg Bild: Dampfhofer; Fotos: Schiffer, Kanizaj „76.000 Serviceanfragen von 27.000 Mitgliedsbetrieben wurden allein im ersten Halbjahr 2020 bearbeitet – das ist ein Plus von 80 %. Während des Lockdowns galt es nicht nur, den Betrieb aufrechtzuerhalten, sondern ihn auch noch auszu weiten – so groß war der An drang.”
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