top of styria | 2020
4 top of styria 2020 Martin Novak ist Chefredakteur von top of styria. W ie beginnt man 2020 das Edi - torial eines Magazins, das im Kern eine Unternehmens- landschaft in Zahlen fasst, der es zum Zeitpunkt, als diese Zahlen erwirt- schaftet wurden, exzellent ging und die allen Grund hatte, ungebrochen positiv in die nähe- re Zukunft zu blicken? Am besten mit einer Erinnerung: Diese erfolg - reiche steirische Wirtschaft hat schon eine Reihe harter Krisen durchlebt und dabei nie ihren Mut, ihre Kreativität und ihre Gestal- tungskraft verloren. Es gibt also keinen Grund, das jetzt zu tun. Zumal die Corona-Krise zwar so wirkt, als gäbe es sie schon seit langer Zeit und auch so, als würde sie nicht enden wollen. Aber: Sie ist tatsächlich nur einige Monate alt und wir werden gewiss auch bald gelernt ha- ben, mit den Auswirkungen des Virus so gut zu leben, wie das nur irgend möglich ist. Und ja, einige haben bereits rascher gelernt als andere, sind erfolgreicher als andere, teils aus einer glücklichen Fügung heraus, aber auch, weil sie mit Mut, Kreativität und Gestaltungs- kraft reagiert haben. Einige dieser gestalten- den Unternehmen haben wir portraitiert. Das große Thema im heurigen Heft ist die Wirtschaftsförderung. Sie ist immer wich- tig und immens hilfreich, wenn sie richtig ist. Unsere Autorinnen und Autoren beschreiben, was richtig ist. Besonderer Dank gilt den Inserentinnen und Inserenten. Sie haben das diesjährige Heft da- mit nicht nur in bewegten Zeiten möglich ge- macht. Sie haben auch ein Statement abgege- ben. Ein Statement für die Zukunft des eige- nen Unternehmens und des gesamten Wirt- schaftsraumes. Unsere Wertschätzung und Hochachtung ist ihnen immer sicher, aber ganz besonders im Jahr 2020! Und dann wäre noch der Künstler zu nennen, dessen Werk das Cover ziert. Wobei sein Werk weit mehr als „Zierde“ ist. Franz Dampfhofer, der im kommenden Jahr 75 Jahre alt wird, ist ein ganz Großer, aber kein Lauter unter den steirischen Malern. Seinen Beruf hat er bei und mit ganz Prominenten an der Akademie der Bildenden Künste in Wien erlernt. Und ist dabei immer seinem eigenen Kopf gefolgt. Die Bilder, die er uns zur Verfügung gestellt hat, beschäftigen sich mit dem Braunkohle bergbau in der Weststeiermark, der 2004 nach 250 Jahren endgültig zu Ende gegangen ist. Dennoch blüht dieser Teil der Steiermark auch wirtschaftlich weiter, ist Standort be- merkenswerter zukunftsorientierter Unter- nehmen von Weltrang. Dampfhofers Zyklus, aus dem wir wählen durften, trägt den Titel „Verwandlung einer Landschaft“. Aber nicht nur die Landschaft wandelt sich, auch das ge- samte Land. Und doch bleibt es sich treu, ver- gisst seine Tugenden nicht, die ihm die Fähig- keit geben, die Zukunft zu gestalten. Das Magazin top of styria hat die Ehre, diese stabile und gleichzeitig wandlungsfähige stei- rische Wirtschaft fast ein Vierteljahrhundert Jahr für Jahr vor den Vorhang zu holen. Ge- nau dorthin, ins Scheinwerferlicht, gehört sie auch. Franz Dampfhofer (geboren 1946 in Voitsberg) hat in einem neunteiligen Zyklus (Format 44 x 62,5 cm, Feder, Tempera, Pastell) die Spuren des Bergbaus, die es immer noch gibt, in der Landschaft dargestellt. Dabei bildete er nicht nur ab, sondern griff auch auf seine Erinnerungen aus der Kindheit zurück. Als Maler und Augenmensch nimmt Dampfhofer vor allem die sichtbaren Oberflächen wahr, auch die (Zer-) Störungen. Aber er zwingt nieman- den, ihm einfach nur in seine Erinne- rungen zu folgen. Er ermutigt zu ei- genem Denken: „Meine Kunst ist nar- rativ ablesbar. Wenn man sich Mühe gibt, kann man selber sehr viel her- auslesen oder interpretieren.“ KLARE Worte RICHTIG und WICHTIG Martin Novak Bild: Franz Dampfhofer; Fotos: Schiffer
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