top of styria | 2017

top of styria 59 2017 Schon bei der Gründung sei- ner Tischlerei 1927 bestimm- te Karl Polzhofer, dass höchs- te Qualität und Individualität deren Markenzeichen ausma- chen würden – und benannte den Betrieb in der waldreichen Gegend um Pöllau folgerichtig KAPO. Unter Karl III. – Polzho- fer – wandelte sich der Edelspe- zialist für Holzfenster- und Tü- renanfertigung 1971 zum mit- telständischen Unternehmen und zur GmbH. Darauf folgte 1986 die Übernahme eines Pols- termöbelwerks und der Marke „Wiener Werkstätte“. 1989 kam der Bau eines Möbelwerkes dazu. Seit 2006 führt Stefan Polzhofer mit seinen Geschwis- tern Karin und Karl Hans (IV. Generation) die wandlungsrei- che Firmengeschichte fort und entwickelte KAPO zu einer Un- ternehmensgruppe mit 250 Mitarbeitern. Fenster und Türen gab es seit jeher ganz nach Wunsch, Ein- richtungskonzepte werden nun aus einer Hand geplant und umgesetzt. Auch für Visionen anspruchsvoller Architekten ist man gerüstet: Einerseits schöpft man souverän aus demKnow-how von 90 Jahren – und bringt andererseits ein Hightech-Tool zum Einsatz. „Entwickelt hat es die Holzfor- schung Austria. Wir nutzen es nun für schnelle und kosten- günstige statische Vorberech- nungen von Fensterprofilen“, erklärt die Gesellschafterin Karin Polzhofer. „Damit die Fensterelemente immer grö- ßer, die Profile immer zarter werden können und trotzdem alles solide hält …“, ergänzt ihr Bruder Stefan. Für Ausgefal- lenes stehen dann auch noch Partnerbetriebe bereit. Flagshipstore am Wiener Schottenring Mit der Marke „Wiener Werk- stätte“ sprang die unterneh- menstypischeVerbindungvon heimischenRohstoffen, Hand- werkstradition,neuenTechno- logien und Design auf einen neuen Level, der sich auch im neuen Flagshipstore in der Wiener City sehen lässt. Hier kann man durch das breite Produktportfolio gustieren und sich kompetent beraten lassen. Dabei wird aber nicht vergessen aufzuzeigen, woher KAPO kommt: aus der Wald- region Naturpark Pöllautal, und was zum Erfolg beiträgt: das traditionsreiche Hand- werk des Tischlers. Aufgezeichnet vonWalter Hoch Fotos: Brevillier Urban, OM, Norske Skog, KAPO kapo.co.at Fenster, Türen und Möbel à la carte KAPO FENSTER UND TÜREN GMBH www.norskeskog.at NORSKE SKOG BRUCK GMBH Superglatt veredelt Altpapier und Holzabfälle – die Haupt-Rohstoffe für prä- zise bedruckbares Zeitungs- papier und sanft glänzendes Magazinpapier klingen nicht sehr exquisit. Erst der hoch- technologische Verarbeitungs­ prozess veredelt sie zu einem Material mit superglatter Ober- fläche für leuchtende Fotos und ein angenehmes Leseer- lebnis. „Kein modernes Passa- gierflugzeug verfügt über so viele Steuerungs- und Leitsys- teme wie unsere Papierma- schinen“, erklärt Gert Pfle- ger, Business Development- Direktor des Norske Skog- Werkes in Bruck an der Mur. Seit 1881 wird dort Papier pro- duziert, seit 1996 gehört die Leykam-Mürztaler zur norwe- gischen Norske Skog. Glatt, formstabil und lückenlos überwacht 1953 ging eine der beiden Bru- cker Papiermaschinen in Be- trieb. Heute stehen noch ihre Träger und Rahmenteile – an- sonsten wurde sie komplett modernisiert. „Einst hat sie pro Minute 350Meter Papier produ- ziert, heute sind es rund 1.150.“ Dabei, so Pfleger, verändere sich die Papiererzeugung nur unauffällig und leise. Verfügte Papier bis zu den 70er-Jahren noch über eine glatte und eine raue Seite, wird es inzwischen durch ein zusätzliches Ober- sieb beidseitig glatt. Seit 1993 setzt man in Bruck auch für Magazinpapier Recyclingware als Rohstoff ein und zählt da- mit zu den Pionieren. Ab 1999, als sich der 4 c-Offsetdruck für Zeitungen durchgesetzt hatte, mussten Lage und Verbindung der Fasern adaptiert, Stoffauf- lauf und Former dazu erneu- ert werden. Denn ölbasierte Farben brauchen Wasser als Trennmittel, trotzdem muss das Papier formstabil bleiben. Schließlich wird auch stetig am „Strich“, also der Oberflächen- beschichtung experimentiert. „Wo Laien nur weißes Pulver erkennen, sieht der Experte im Streichpigment ein spezifi- sches Design.“ Körperlich anstrengende so- wie monotone Tätigkeiten sind passé. Die zu bewältigenden Aufgaben erfordern Mitar- beiter mit hoher Kompetenz – und Spezialgeräte: 20 Hoch­ leistungskameras überwachen die 6,4 Meter Bahnbreite, an denen das Papier mit 90 km/h vorbeizieht. „Das ist, als wür- de man auf der Autobahn jedes Steinchen registrieren.“ Aufgezeichnet von Ursula Jungmeier-Scholz

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