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top
of
styria
2013
Editorial
Von Bohrtürmen, die nicht in Texas stehen, und Regelwerken,
die ohne persönliche Verantwortung nicht funktionieren.
V
  ertrauen ist gut,
Kontrolle ist besser.
Der wahrscheinlich­
meistzitierte Satz
von Lenin hat mit vielen
meistzitierten Sätzen eines
gemeinsam: Es gibt keinen
Beleg, dass er von demjeni-
gen, dem er zugeschrieben
ist, je gesagt wurde. Tatsäch-
lich ist das Verhältnis zwi-
schen Vertrauen und Kontrol-
le nicht ganz unkompliziert.
„Vertraue nicht dem, der sich
weigert, die Bedingungen des
Vertrauens regelmäßig prü-
fen zu lassen“, sagt der deut-
sche Philosoph Martin Hart-
mann – belegbar – in dieser Ausgabe von top of styria (Seite
19 ff.) Das Wort „Vertrauen“ nimmt nicht nur er in unserem
diesjährigen Themenschwerpunkt „Verantwortung tragen“ in
den Mund. Dass Regelwerke zwar Orientierung schaffen kön-
nen, aber persönliche Verantwortung und persönliches Wollen
nicht nur nicht ersetzen, sondern ohne die Überzeugung der
handelnden Personen nur schwerlich funktionieren können,
zieht sich wie ein roter Faden durch die Beiträge. Vertrauen ist
auch die Grundlage des Umsatz-Rankings, das top of styria seit
hat es viel mit der Steier-
mark zu tun. Der Künstler
hat sich dem Material Stahl
verschrieben, das er meister-
lich beherrscht. Sein künstle-
risches Tun ist so global aus-
gerichtet wie die steirische
Wirtschaft – zwischen Kals-
dorf, Wien, Miami und Tai-
peh. Allerdings: Darauf ver-
trauen, dass die Bohrtür-
me, die auf dem Cover ab-
gebildet sind, in Texas ste-
hen, wie man auf den ersten
Blick vermuten könnte, soll-
te man nicht. Sie standen in
Baku (Aserbeidschan). Dass
sie dort wahrscheinlich nicht
mehr stehen, hat wiederum
mit Lenin zu tun und dem Ex-
port seiner Revolution.
Aber vertrauen Sie nicht, son-
dern lesen Sie bitte selbst.
Martin Novak ist Chefre-
dakteur von top of styria.
mehr als 15 Jahren in Koope-
ration mit den umsatzstärks-
ten Unternehmen der Steier-
mark recherchiert und veröf-
fentlicht. Die Gesamtsicht (ab
Seite 39) zeigt die stetige po-
sitive Entwicklung sehr deut-
lich, aber auch die gelegent-
lichen negativen Auswirkun-
gen der Verwerfungen in der
Weltwirtschaft. Man könn-
te sagen: Geht es der Welt gut,
geht es der Steiermark gut.
Nachsatz: Geht es der Welt
schlecht, geht es der Steier-
mark immer noch besser als
vielen anderen, weil sie gut ist.
Gut auch darin, aus (eigenen)
Fehlern zu lernen und nach
einem Einbruch wieder Kurs
aufzunehmen („Mut bewei-
sen“, Seite 53 ff).
Unser heuriges Cover hat der
Grazer Künstler Wolfgang
Uranitsch gestaltet. Zumin-
dest auf den zweiten Blick
Martin Novak
Fotos: Schiffer, beigestellt
Vertrauen ist gut
„Drilling Rigs“
(1998), Trypti-
chon, 3x214x122,
Acryl/Stahlplatte
Wolfgang
Uranitsch,
geb. 1954
1,2,3 5,6,7,8,9,10,11,12,13,14,...68