12
top
of
styria
2013
Verantwortung Tragen
Möglichkeiten anhand der
Qualitätsstandards hat uns
weiterentwickelt.
Friedrich Santner:
Sie le-
ben das, es kommt bei Ihnen
aus dem tiefsten Inneren und
nicht, weil Sie gelesen haben,
dass Unternehmen sozial ver-
antwortlich arbeiten sollen.
Christian Buchmann:
Der
entscheidende Punkt ist das
Führen durch Beispiel, egal
ob in von Eigentümern oder
von Managern geführten Un-
ternehmen. Die Kultur, die
das Führungspersonal vor-
lebt, überträgt sich auch auf
die Mitarbeiter. Wenn das
von oben eigenartig vorge-
lebt wird, warum sollen dann
die Mitarbeiter anders agie-
ren? Es ist auch eine Frage
des Authentischen. Bist du
selber gerne mit Menschen
zusammen, dann wird das
auch authentisch rüberkom-
men, oder siehst du den Men-
schen nur als Mittel, dann
wird das ganze Unterneh-
men wahrscheinlich auf Dau-
er nicht überlebensfähig sein.
Kurzfristig kann man mit je-
»
authentisch ist. Wichtig
war aber bei uns die Installa-
tion einer Stelle, die auch die
notwendigen Zeitressourcen
zur Beschäftigung mit dem
Thema zur Verfügung hat.
Das gesamte CSR-Team be-
steht aus unterschiedlichsten
Personen mit einem Haupt-
beauftragten, die versuchen,
zu überprüfen und weiter zu
entwickeln.
Uli Retter:
Bei uns im Unter-
nehmen mache ich das.
Friedrich Santner:
Selber
und aus Überzeugung?
Ulli Retter:
Ja, weil ich un-
ser Unternehmen selbst über-
prüfen will. Ich habe mir zum
Beispiel die Anfahrten der
Mitarbeiter angesehen und
festgestellt, dass viele aus
der gleichen Gegend kommen.
Daraufhin haben wir uns zu-
sammengesetzt und andere
Arbeitszeitmodelle
erarbei-
tet. Jetzt gibt es Fahrgemein-
schaften, und die Mitarbei-
ter haben sogar schon vor der
Arbeit Spaß bei der Anreise.
Das permanente Checken der
der Strategie Erfolg haben,
mittel- und langfristig wird
man aber mit manchen die-
ser Strategien scheitern. Des-
wegen spielt die Verantwor-
tung der Führungskräfte im
Unternehmen eine ganz gro-
ße Rolle.
Eva Michailowitsch:
Bei uns
kommen die Impulse aus un-
terschiedlichsten Bereichen.
Das ist das, was uns weiter
treibt – und zwar, dass es
von verschiedensten Fach-
bereichen und Ebenen getra-
gen wird. Ich glaube, dass
das Top-Management, in un-
serem Fall die Gründer, das
mittragen muss. Wenn da das
Verständnis zu diesem The-
ma nicht vorhanden ist, wird
es nicht funktionieren, weil
es dann nicht authentisch ist.
Friedrich Santner:
Anre-
gungen sind wertvoll, aber
das Zertifikat ist kein Beweis,
dass man es auch lebt.
Ulli Retter:
Ich stehe auf die-
se Überprüfungen. Ich weiß,
dass meine Partner auch über-
prüft werden und kann mich
dann darauf verlassen. Man
muss eine gewisse Sicherheit
haben, weil es genügend Un-
ternehmen gibt, die sehr ge-
winnorientiert arbeiten und
nicht so nachhaltig denken.
top of styria:
Es ist spannend,
dass Frau Retter als Repräsen-
tantin eines vergleichsweise
nicht so großen Unternehmens
für die Strukturen plädiert
und Sie, Herr Santner, dagegen.
Friedrich Santner:
Ich habe
den Teil der Einführungen
der Strukturen schon hinter
mir. Ich bin wieder dabei, sie
aufzulösen.
top of styria:
Wie funktioniert
das in allen Bereichen des Un-
ternehmens? Sie können ja
nicht immer und überall sein.
Friedrich Santner:
Ich allei-
ne kann gar nichts tun. Ich
kann versuchen, mein Bei-
Fotos: Schiffer
Man kann sich noch so tolle Sachen auf
die Fahnen heften. Das wichtigste ist aber,
dass es gelebt wird, ehrlich und authen-
tisch ist.
Eva Michailowitsch
Buchmann, Michailowitsch, Santner, Retter mit den Moderatoren Ernst-Kaiser und Novak.