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styria
2013
VeRanTWoRTung TRagen
spiel zu geben und in den Be-
reichen, in denen ich tätig bin,
das zu tun, wovon ich über-
zeugt bin. es werden die Füh-
rungskräfte nicht alles so ma-
chen, wie ich es mache und es
werden Mitarbeiter zufrieden
und unzufrieden sein. ich bin
bei diesem Thema immer be-
wusst pointiert und provo-
ziere auch immer ein wenig.
Warum gibt es zum Beispiel
eine Frauenbeauftragte? Weil
sich unsere gesellschaft seit
30 Jahren weigert, Dinge, die
selbstverständlich sind, end-
lich umzusetzen. Wir disku-
tieren noch immer, ob Frau-
en die gleichen gehälter ha-
ben sollen. Das ist so was von
lächerlich! Das Ziel kann nur
sein, dass es bald keine Frau-
enbeauftragten mehr gibt.
Das wäre der Beweis, dass
wir es endlich umgesetzt
und ernst genommen haben.
Hoffentlich müssen wir zu-
künftig nicht mehr die Qua-
lität zertifizieren, weil das
wäre dann der Beweis, dass
der Qualitätsgedanke in die
Köpfe eingedrungen ist und
die Leute sagen, dass sie den
Kunden gegenüber verant-
wortlich sind, das ordentlich
zu machen. Hoffentlich brau-
chen wir keine CSR-Verant-
wortlichen mehr, weil es end-
lich jeder begriffen hat, dass
er nicht primär geld schef-
feln, sondern dass er auf die
Menschen und umwelt auch
schauen muss. Deswegen ar-
beite ich intensiv an der ab-
schaffung dieser Punkte.
Christian Buchmann:
Zer-
tifizierungen haben viel mit
Standardisierungen zu tun.
es ist grundsätzlich für uns
Menschen angenehm, denn
alles was standardisiert ist,
hat eine Routine und man ist
es gewohnt. ich glaube, dass
man damit auf Dauer kei-
ne Spitzenleistungen brin-
gen kann, sondern man ist
auf einem gewissen Mittel-
maß. Wenn alle zertifiziert
sind, dann sind alle auf dem
gleichen Standard – wo ist
dann noch der unterscheid
am Markt? Deswegen gefal-
len mir die anglikanischen
CSR-ansätze nicht besonders.
Wir leben in europa Wettbe-
werb aus unserem kulturel-
len Verständnis anders, aus
meiner Sicht immer fair.
top of styria:
Sind Sie mit Ih-
ren Unternehmen auch Vor-
bild für andere?
Ulli Retter:
Das glaube ich
schon. Wir werden sicher-
lich von vielen beobachtet.
Je mehr auf der nachhaltig-
keits-ebene schwimmen, des-
to besser ist es. Wir können in
dieser Richtung nicht genug
gute Betriebe haben. ich fin-
de es gut, wenn wir in Rich-
tung nachhaltigkeit kopiert
werden, denn dann gibt es
entwicklung.
Eva Michailowitsch:
Da den-
ke ich schon, dass man in
der Region andere unter-
nehmen oder Firmen an-
stiften und dafür begeistern
kann. Bei uns im industrie-
zentrum hat es super funkti-
oniert. Wir haben die benach-
barten Firmen aufgrund ei-
ner umweltinitiative ange-
rufen und sie haben mitge-
macht. Vielleicht sollte man
stärker nach außen gehen
und die Leute für Projek-
te begeistern und überzeu-
gen. es geht so oft leichter, als
über CSR-Strategien oder
»
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