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styria
2013
Fotos: Conclusio, beigestellt
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Gerne würden wir schreiben: Kurt Da-
vid Brühl für sein Lebenswerk zu eh-
ren, ist die höchste Ehre. Sie ist es
nicht. Er trägt das Goldene Ehrenzei-
chen für Verdienste um die Republik
Österreich sowie die Goldenen Ehren-
zeichen des Landes Steiermark und
der Stadt Graz. Die ehemalige israe-
lische Premierministerin Golda Meir
ehrte ihn in der Knesset, er ist Träger
des britischen Ordens O.B.E. (Order of
the British Empire), den ihm 1989 Pre-
mierministerin Margaret Thatcher in
Graz überreichte und des C.B.E. (Com-
mander of the British Empire). Er ist
Ehrenbürger der Universität Graz und
Träger des Grazer Menschenrechts-
preises. Mehr als jede Ehrung ehrt ihn
aber sein Lebenswerk selbst – wir dür-
fen uns geehrt fühlen, dass wir Kom-
merzialrat Brühl auszeichnen dürfen.
Geboren im Mai 1929, wurde er in den
finsteren Jahren des Nationalsozialis-
mus aus seiner Geburtsstadt Graz ver-
trieben. Unmittelbar nach Ende des
Zweiten Weltkriegs trat er 1945 in das
elterliche Unternehmen ein, schaff-
te die kaufmännische Lehre und die
Matura mit ausgezeichnetem Er-
folg und übernahm 1954 die Funkti-
on des Geschäftsführenden Gesell-
schafters. Über die Jahrzehnte baute
er Brühl & Söhne zu einem florieren-
den Unternehmen aus, errichtete mit
dem „House of Gentlemen“ auch ei-
nen Standort am Wiener Kohlmarkt.
„Trachtenschlössl“,
„Adonis“
und
„Jackson International Trading Com-
pany“ gehören zum Unternehmens-
reich, das er aufgebaut hat.
Nur unternehmerische Leistungen zu
würdigen, wird aber Kurt David Brühl
nicht gerecht. Als Vorstandsmitglied,
Präsident und Ehrenpräsident der Is-
raelitischen Kultusgemeinde steht er
für die Wiedererrichtung der Zeremo-
nienhalle am Jüdischen Friedhof und
der Grazer Synagoge. Als Honorarkon-
sul von Großbritannien und Nordir-
land für die Bundesländer Kärnten und
Steiermark steht er für Internationali-
tät. Er hat, wie der Historiker Helmut
Konrad bei der Verleihung der Ehren-
bürgerschaft der Universität Graz 1999
sagte, „Brücken zur Überwindung von
Gräben im Inneren und Brücken nach
außen“ gebaut, „um Bewohnern einer
Stadt, die sich damals im toten Winkel
des westlichen Europa befanden, den
Weg in die Welt zu ebnen“.
Produktion:
1. Michael Viet, Sandvik
Mining & Construction
2. Michael Wachsler-
Markowitsch, ams
3. Josef Faigle,
Pankl Racing Systems
Seit 2008 ist Michael Viet Geschäftsfüh-
rer der Sandvik Mining & Construction
GmbH in Zeltweg. Was auch eine Art
Rückkehr war: Als Fußballer bei Sturm
Graz und dem Eggenberger Sportklub
war der studierte Betriebswirt gelegent-
lich auch in Zeltweg auf dem Platz ge-
standen. Gegründet wurde das Werk be-
reits 1852, von 1973 bis 1996 gehörte es
zur Voest Alpine, dann war es zwei Jah-
re die Voest Alpine Bergtechnik, be-
vor das Unternehmen 1998 von Sand-
vik übernommen und 2007 zur Sandvik
Mining und Construction umfirmiert
wurde. Von 2000 bis 2012 vervierfachte
sich der Umsatz nahezu. Das Unterneh-
men steht für mächtige Bergbaumaschi-
nen, die sich weltweit (unter anderem im
kommenden Olympiaort Sotschi) durch
die härtesten Gesteine fressen. Der
Standort Zeltweg ist das internationale
Kompetenzzentrum „Mechanisches Ge-
steinsschneiden“. Die Exportquote gibt
das Unternehmen mit 99 Prozent an –
„der Ordnung halber“, wie Viet in einem
Interview mit dem Business Monat sag-
te, „eigentlich sind es 100 Prozent“. Mi-
chael Viet war schon vor seinemWechsel
zu Sandvik mit schneidenden Produkten
befasst, bei Philips und Payer ging es al-
lerdings nicht um Gestein, sondern um
Rasierer und Barthaare. Parallelen sieht
er aber dennoch: Innovation, Lean Ma-
nufacturing, Supply Chain Management,
Asien als neuer Boom-Markt, Globalisie-
rung … sind bei den kleinen und den gro-
ßen Schneidgeräten die zentrale Heraus-
forderung.
Kurt David Brühl
Lebenswerk