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styria
2013
F
ür mich als Quereinsteiger
aus der Lebensmittelbranche
kostete es damals großen Mut,
mich an die Repositionierung
und Restrukturierung der Therme Loi-
persdorf zu wagen. Mein offizieller Start
war im Februar 2010 – ich sah die Ther-
me Loipersdorf jedoch schon ab Septem-
ber als meine Berufung, tätigte Überle-
gungen zur Repositionierung. Eine Re-
positionierung mit Ecken und Kanten,
wie man im Nachhinein sagen kann. Zu
den Eckpunkten gehört die 2-Thermen-
Strategie mit „mein Schaffelbad“ und
der Lebenstherme und unsere drei Säu-
len mit Loslassen (hier arbeiten wir eng
mit Felix Gottwald zusammen), Erle-
ben, Stärken. „Mein Schaffelbad“ wurde
preislich nach oben ausgerichtet, zusätz-
lich wurden 150 Liegen herausgenom-
men, um mehr Platz für jeden einzelnen
Gast zu schaffen. Diese Maßnahme war
ein voller Erfolg – sowohl finanziell, als
auch bei der Zufriedenheit der Gäste. Bei
der Lebenstherme kostete es Mut, sich
Anregungen auf der ganzen Welt zu ho-
len, dann aber unsere eigene Kreativität
spielen zu lassen und Rutschen zu ent-
wickeln, die es auf der ganzen Welt noch
nicht gibt – eben à la Loipersdorf. Der
Knackpunkt dabei war das Maximum
an Erlebnis für die Gäste herauszuholen
– versus verhältnismäßig geringe finan-
zielle Mittel.
Als Conclusio würde ich sagen, je muti-
ger der Schritt, desto mehr Aufstand –
aber umso erfolgreicher waren die Maß-
nahmen im Endeffekt.
A
ls 2009 ein namhafter Elek-
tromagnete-Hersteller
be-
kannt gab, dass er sei-
nen Standort in Eibiswald
schließt – und wir von diesem angefragt
wurden, die Fertigung für elektroma-
gnetische Spulen zu übernehmen, galt
es, eine wirtschaftliche Entscheidung zu
treffen. Schlussendlich gründeten Wal-
ter Unger, August Nußmüller und ich die
WISP-Komponenten GmbH. Unser Ent-
schluss beruhte darauf, dass wir somit
zumindest 21 Arbeitsplätze in Eibiswald
halten konnten und damit langjähriges
Know-how in unser Start-Up-Unterneh-
men brachten.
Für mich sind GründerInnen die Aben-
teurer der heutigen Zeit. Uns war be-
wusst, dass wir mit unserer Übernah-
me Risiken eingehen. Dass wir drei Ge-
sellschafter sind, hat sich über die Jahre
bewährt, so werden Entscheidungen aus
verschiedenen Perspektiven betrachtet
und gemeinsam entschieden.
Inzwischen sind ein paar Jahre vergan-
gen. Gemeinsam mit der INKOL GmbH,
welche wir 2010 gründeten, haben wir
nun 34 MitarbeiterInnen in Eibiswald
beschäftigt. Unseren 2009 getroffenen
Entschluss haben wir nie bereut. Unser
Ziel ist es, innovative Produkte, zusätz-
lich zu unserem vorhandenen Produk-
tionsspektrum, umzusetzen. Die Seeoo-
Lesebrille wird zum Beispiel bei uns ge-
fertigt. Seit heuer beschäftigen wir uns
deshalb auch mit Kürbiskernöl – dem
„Styrian-Drop“.
I
ch habe mir 1995 mit einem Rei-
sebüro, das sich auf Geschäftsrei-
sen spezialisierte, den Traum der
Selbstständigkeit erfüllt. Meine
Dienstleistung war es, Firmen zu bera-
ten, wie man Reisekosten spart und Flü-
ge sowie Hotels bucht. Aber schon bald
zogen dunkle Wolken auf, die mein Ge-
schäftsmodell in Frage stellten. Flugli-
nien zahlten keine Provision mehr. Das
Internet ermöglichte Buchungen direkt
beim Leistungsträger. Mehrmals habe
ichmir die Frage gestellt, obmeinmit viel
Herzblut gegründetes Reisebüro noch Zu-
kunft hat. Es gibt ja alles im Internet, wo-
zu soll der Kunde noch ins Reisebüro ge-
hen? Die Antwort: Ja, es braucht das Rei-
sebüro, wenn es gelingt, durch Speziali-
sierung nicht beliebig zu sein und Leis-
tungen anzubieten, die einen absoluten
Nutzen und Vorteil für Kunden bieten,
und wenn wir das Internet nicht als Be-
drohung, sondern als Chance sehen.
Mit der Spezialisierung auf die Nische
Sport- und Kultureventreisen (www.­
fanreisen.at) ist es gelungen, „High Tech“-
und „High Touch“-Kunden anzusprechen.
Das Internet ermöglicht meinem Famili-
enunternehmen, Angebote weltweit an-
zubieten. Mitarbeiter, die das Handwerk
mit der Reisebürolehre bei Weiss Touris-
tik begonnen haben, sorgen für die Um-
setzung der Kundenwünsche. Mit einzig-
artigen Reisen wollen wir besondere Rei-
seerlebnisse anbieten. Beispiel: Mit dem
Kaiserzug von Wien zum Formel 1 Grand
Prix von Österreich oder eine Fußballrei-
se mit Hans Krankl nach Barcelona.
Drei Unternehmer zeigen ihren Mut her.
Es kostete mich Mut …
Mut zeigen
Wolfgang Wieser
Geschäftsführer der
Therme Loipersdorf
Christoph Kovacic
Prokurist der WISP
Komponenten GmbH
Ferdinand Weiss
Geschäftsführer
Weiss Touristik
Fotos: beigestellt, Foto Strametz, Furgler
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