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styria
2013
Foto: beigestellt
80
Prozent der Insol-
venzursachen
lie-
gen im innerbe-
trieblichen Bereich.
Der überwiegende Teil der Krisenursa-
chen ist also vom Unternehmen, insbe-
sondere der Geschäftsführung, beein-
flussbar. Das legt den Schluss nahe, dass
auch die Beseitigung von Krisenursa-
chen im Einflussbereich der Unterneh-
mensführung liegt.
Krisenursachen
in Unternehmen
Wesentlich ist die Unterscheidung zwi-
schen Symptomen und Ursachen. An-
hand eines Beispiels kann der Unterschied
deutlich gezeigt werden: Befragt man die
Unternehmensführung nach Krisenursa-
chen, werden oft „sinkende Spannen“ ge-
nannt und so dargestellt, als wären sie
nicht beeinflussbar. Sinkende Spannen
sind aber oft nur ein typisches Symptom,
das auf erste Krisenursachen hinweist.
Solche Ursachen können sein: mangel-
hafte Vor- und Nachkalkulation, die Tat-
sache, dass eigene Produkte am Markt
nicht attraktiv sind, mangelnde Innova-
tion, schlechte Positionierung, ineffizien-
te Auftragsabwicklung und Leistungser-
stellung (gerade im Dienstleistungsge-
werbe), schlechter Vertrieb usw. Geht es
um die Beseitigung von Krisen, ist die ers-
te Stufe, solche Ursachen zu analysieren
und wirksam zu bekämpfen, um kurzfris-
tig Ergebnisverbesserungen zu erreichen.
Auch alle Kosten sind natürlich Position
für Position auf mögliche Einsparungen
zu untersuchen. Es gilt aber der Hinweis,
dass langfristig ein Unternehmen selten
„gesund gespart“ worden ist.
Will man das Unternehmen langfristig
sanieren, muss die Frage gestellt werden,
wie es zu den Defiziten im Unterneh-
men gekommen ist. Woran liegt es wirk-
lich, dass beispielsweise die Kalkulati-
on nicht richtig oder das Unternehmen
nicht gut positioniert ist? Aus unserer
Sanierungserfahrung ist der entschei-
dende Faktor, ob alle Bereiche der Un-
ternehmensführung gut abgedeckt sind.
Viele Unternehmer oder Geschäftsführer
kommen aus einem bestimmten Bereich
des Unternehmens und sind für diesen
bestens mit Know-how und Erfahrung
ausgestattet. Für die Leitung eines gan-
zen Unternehmens fehlen aber oft er-
gänzende Bereiche oder die Führungs-
erfahrung. Es ist einleuchtend, dass eine
einzelne Führungskraft nicht gleichzei-
tig die Bereiche Produktion, Controlling,
Personalentwicklung und Marketing ab-
decken kann. Gerade das ist aber in klei-
nen und mittleren Unternehmen natür-
lich notwendig.
Es ist daher wesentlich zu entscheiden,
in welcher Art und Weise die Bereiche,
die nicht zu den Stärken des Unterneh-
mers oder der Geschäftsführung zäh-
len, abgedeckt werden können. Wenn es
die Unternehmensgröße zulässt, wer-
den diese Bereiche in der Regel auf meh-
rere Führungskräfte aufgeteilt. Das ist
aber beispielsweise bei einem mittleren
Handwerksbetrieb mit 50 Mitarbeitern,
in dem der Unternehmer für alles zu-
ständig ist, nicht möglich.
»
Martin Allitsch
Zur Bewältigung von Krisen ist der erste Schritt, die wesent-
lichsten Krisenursachen aufzuspüren, um diese nachhaltig zu
beseitigen.
Der Weg aus der Krise
Mut zeigen