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Fotos: Harry Schiffer

D

ISKURS

„Wenn wir uns von Angst leiten lassen,

verhalten wir uns eher passiv, statt die

Möglichkeiten und Chancen der Zukunft zu

sehen.“

gestanden sind und was wir

brauchen, um Europa neu zu

definieren, neu zu entwickeln.

Buchmann:

Was gefordert ist,

ist erstens Mut zum aufrech-

ten Gang und zweitens Men-

schen, die das Ganze sehen

– und das ist in der Tat kom-

plex. Das gab es möglicher-

weise zur Zeit, als Kohl und

Mitterrand gemeinsam dieses

Europa angetrieben haben

– zu einer Zeit, in der beide

Länder sehr, sehr stark wa-

ren, auch wirtschaftlich. Mo-

mentan gibt es nur Deutsch-

land und vor einem starken

Deutschland haben ja man-

che auch Angst. Dieses gro-

ße Ganze zu sehen, und dann

für dieses große Ganze auch

einmal einen Schritt zurück-

zumachen. So interpretiere

ich auch Merkel, die gesagt

hat:

Wir schaffen das.

Dass

das möglicherweise mit un-

tauglichen Mitteln war, steht

auf einem anderen Blatt. Ich

habe es mir für die Steier-

mark angeschaut: Wenn wir

keinen Zuzug haben, ver-

lieren wir jedes Jahr 5.000

Menschen. Die steirische Ge-

sellschaft schrumpft. Das

sind in zehn Jahren 50.000

Menschen. Die zweitgrößte

Stadt der Steiermark, Leoben,

hat rund 28.000 Einwohner.

Wir würden also rund zwei-

mal die Größe von Leoben in

zehn Jahren verlieren, hät-

ten wir nicht Menschen, die

zu uns kommen. Ich weiß

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styria 15

2016