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2013
All About Resins
Allnex Austria GmbH, Leechgasse 21, A-8010 Graz, Tel.: +43-(0)50 399-0
Als global tätiges Unternehmen ist
Allnex ein führender Zulieferer von Kunstharzen
für
die Bereiche Automobil, Architektur, Industrie und Beschichtungen für besondere Zwecke.
Höchstmögliche Qualität der Produkte, Umweltschutz und Sicherheit haben bei uns
oberste Priorität. Wir sind zertifiziert nach EN ISO 9001, EN ISO 14001 und Öko-Audit V.O.
Mit Herstellungsstandorten und Zentren für Forschung und Entwicklung auf der ganzen Welt
bieten wir unseren Kunden darüber hinaus reaktionsschnelle lokale Unterstützung und sind
dabei behilflich, rasch weiterentwickelte Beschichtungslösungen auf den Markt zu bringen.
Fotolia © frank peters
ressanteste Philosophin des Vertrauens.
Freiheit, so Baier, heiße „being trusted
on one's own, [being] left unsupervised“.
Das ist schwer zu übersetzen, aber man
kann paraphrasieren: Jemand vertraut
darauf, dass ich alleine zu Recht kom-
me, jemand lässt mich unbewacht, lässt
mich „ich selbst“ sein. Klar ist, dieser je-
mand könnte anders, die Freiheit, um die
es hier geht, ist insofern eine eminent so-
ziale Freiheit, eine von beiden Seiten ge-
wollte Freiheit. Klar ist auch, dieser je-
mand vertraut mir, und nur weil er mir
vertraut, kann ich mich entfalten als der,
der ich bin oder sein will. Klar ist schließ-
lich auch, dass diese Freiheit offensicht-
lich prekär ist, denn sie kann jederzeit
durch Überwachung oder übertriebene
Rechenschaftspflicht eingeschränkt wer-
den, zumal dann, wenn der andere über
mächtige Sicherheitsapparate verfügt.
Mit anderen Worten, ich bin nicht erst
dann unfrei, wenn andere mir aktiv Hin-
dernisse in den Weg legen, ich bin schon
unfrei, wenn ich nicht länger davon aus-
gehen kann, unbeobachtet oder allein zu
sein. Auch wenn ich mich nicht schul-
dig fühle und nichts zu verbergen habe,
ja, wenn ich tun kann, was ich tun will,
muss ich, verkürzt gesagt, Prism ständig
meine Unschuld beweisen. Und in diesem
Sinne stehe ich de facto unter einer ne-
gativen Rechenschaftspflicht („ich habe
tatsächlich nichts zu verbergen“), die als
Form von Unfreiheit und, auch hier, von
staatlichem Misstrauen begriffen wer-
den kann. Dass die Empörung über diese
Form der Unfreiheit bislang auf wenige
Akteure beschränkt zu bleiben scheint,
könnte einerseits auf das oben beschrie-
bene eher geringe basale Sicherheitsemp-
finden zurückzuführen sein, das star-
ke Sicherheitsvorkehrungen akzeptabel
macht. Es könnte aber auch auf die Un-
sichtbarkeit dieser Form von Unfreiheit
zurückgeführt werden können. Sie bleibt
stumm, solange der negative Test be-
standen wird. Aber wollen wir selbst bei
Abwesenheit ernster Verdachtsmomente
ständig auf diese Weise getestet werden?
Hier ist eine breite Diskussion, um es mit
einem schweizerdeutschen Begriff zu sa-
gen, pendent.
Professor Martin Hartmann lehrt
Praktische Philosophie an der Univer-
sität Luzern. Dieser Beitrag erschien
erstmals in der Zeitschrift „Forschung
& Lehre“. Das jüngste einschlägige
Buch des Deutschen nennt sich „Die
Praxis des Vertrauens“ und ist unter
anderem im Onlinehandel erhältlich.
Verantwortung Tragen
Für die Bürger heißt das: Vertraue nicht
dem, der sich weigert, die Bedingungen des
Vertrauens regelmäßig prüfen zu lassen.